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Forum der forschenden
pharmazeutischen Industrie
in Österreich

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1.

Zwei-Klassen-Medizin verhindern

Arzneimittel sind nicht die Kostentreiber

Gesundheitsausgaben in Österreich

Nur knapp über 12% der gesamten Gesundheitsausgaben werden für Arzneimittel aufgewendet.

87,8 % werden für hingegen für den stationären und ambulanten Bereich sowie für Langzeitpflege, Krankentransporte, öffentlichen Gesundheitsdienst und Prävention, Verwaltung, medizinische Geräte und Ausrüstungen sowie private Versicherungen ausgegeben.

Quelle: berechnet durch Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF) unter Verwendung folgender Daten: IMS Health, Statistik Austria, HV

  • Stationärer Bereich
  • Ambulanter Bereich
  • Arzneimittel
  • Sonstiges

Anteil der Arzneimittelkosten an den gesamten Gesundheitsausgaben 2005 – 2015

Pharmaquote seit Jahren stabil

Für Arzneimittel werden seit Jahren konstant nur 12 Prozent der Gesundheitsausgaben Österreichs ausgegeben.

Trotzdem haben die Regierungsparteien mit der im Frühjahr beschlossenen ASVG-Novelle wieder den Sparstift einseitig und überverhältnismäßig an dieser Stelle angesetzt.

Die jüngsten ASGV- Änderungen können im Zusammenhang mit Preisregularien für Arzneimittel massive Auswirkungen auf die Versorgung von PatientInnen in Österreich mit innovativen Medikamenten haben.

Die beschlossenen Maßnahmen betreffen alle Bereiche der Arzneimittelversorgung von preisgünstigen Generika bis zu innovativen Produkten.

Ein zusätzlicher Preisdruck entsteht durch den Solidarbeitrag in Höhe von 125 Mio. Euro (2016), den die Industrie auf Basis des Pharma-Rahmenvertrags an die Krankenkassen leistet.

Das könnte eine Preisspirale nach unten in Gang setzen, die langfristig die Versorgungssicherheit und den Zugang zu innovativen Arzneimitteln gefährdet. Die aktuelle Gesetzeslage öffnet der viel zitierten Zwei-Klassen-Medizin Tür und Tor.

FOPI Close-up Mikroskop

2.

Innovationsnutzen statt Kostenfokus

Die oftmals prognostizierte Kostenexplosion hat nicht stattgefunden, findet nicht statt und wird nicht stattfinden.

Die derzeitige kostenbasierte Preisgestaltung des Hauptverbandes kann kein Modell für einen Hochtechnologie-Sektor wie die forschende Pharmaindustrie sein. Die Kostenperspektive darf nicht  über den Nutzendimensionen stehen.

Der Kosten- und Preisdruck erschwert den Zugang zu innovativen Therapien für PatientInnen in Österreich.

Die forschende Pharmaindustrie steht zudem massiven Risiken gegenüber:

  • Nur 1 bis 2 Substanzen von 10.000 schaffen es bis zur Marktreife.
  • Zudem weist sie die höchste R&D / Sales ratio aller Hochtechnologiesektoren (14,4%) auf und liegt damit vor IT und Telekommunikation oder dem Automobilsektor.

Trotzdem sind die Preise im Österreichischen System europaweit vergleichsweise niedrig, wie die IPF Studie aufzeigt (siehe „Weiterführende Informationen“):

Arzneimittelpackungspreise im europäischen Vergleich

Der österreichische Fabriksabgabepreis liegt mit € 15,97 um 7,12% unter dem EU-15 Mittelwert.

Quelle: IMS Health, IPF – Institut für Pharmökonomische Forschung

Österreich: € 15,97
EU-15 Mittelwert: € 17,20

Arzneimittel-Kassenpreis* (KKP) pro Packung in EUR exkl. USt.

  • Jahresende
  • Prognose

Prognosen versus Realität

Die Vorhersagen des Hauptverbands zeichnen ein düsteres Bild
Die Realität zeigt: Die Krankenkassen stehen gut dar

Prognosen jeweils vom Februar, außer 2011 (Zahlen vom August), Quelle: HV

FOPI Zukunft

3.

Gemeinsam konstruktiv gestalten

Alle Player im Gesundheitssystem müssen in Zukunft ihren Beitrag leisten.

Wir müssen gemeinsame Ziele  entwickeln und ein gemeinsames Verständnis über die Grundprinzipien für den Arzneimittelbereich schaffen, um den Zugang zu innovativen Therapien für PatientInnen in Österreich nachhaltig abzusichern.

Hierzu bedarf es einer klugen und langfristigen Steuerung im System, um zu vermeiden, dass sich die Akteure gegenseitig den „Schwarzen Peter“ zuschieben.

Nur dann tritt an die Stelle des Gesamtschadens im System ein Gesamtnutzen für die PatientInnen und für das Gesundheitswesen in Österreich.

Darauf aufbauend müssen Maßnahmen zur dynamischen Anpassung des Systems und bestehender Regelungen an neue Gegebenheiten und Herausforderungen erfolgen.

Das FOPI bekennt sich damit klar zu einem starken öffentlichen, solidarischen Gesundheitssystem und zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung auf dem aktuellen Stand der Medizin – für alle Menschen in Österreich, unabhängig von Einkommen, Alter, Herkunft, Religion oder Geschlecht.

Das FOPI erachtet es daher für notwendig, dass der Zugang zu innovativen Arzneimitteln allen PatientInnen in Österreich auch in Zukunft umfassend zur Verfügung steht.

FOPI Kontakt

4.

Kontakt

FOPI Präsident Dipl. Kfm. Manuel Reiberg

Präsident Dipl. Kfm. Manuel Reiberg

„Innovationen erbringen erst durch die erfolgreiche Markteinführung gesellschaftlichen Nutzen. Neben dem individuellen Nutzen für den einzelnen Patienten ist stets auch der gesamtwirtschaftliche Nutzen innovativer Arzneimittel anzuerkennen. Damit eine nachhaltige Versorgung möglich ist bzw. innovative Medikamente überhaupt beim Patienten ankommen, muss deren Finanzierung jedoch langfristig sichergestellt werden.“

office@fopi.at

FOPI Generalsekretär Dr. Ronald Pichler

Generalsekretär Dr. Ronald Pichler

„Innovation ist keine Garantie gegen das Scheitern, aber ohne Innovation ist das Scheitern garantiert. In diesem Sinne müssen alle Akteure im österreichischen Gesundheitswesen zusammenarbeiten, um zu gewährleisten, dass Innovation im Arzneimittelsektor auch bei PatientInnen in Österreich ankommt, dass innovative Therapien für alle PatientInnen in Österreich zugänglich werden und bleiben, dass der Nutzen innovativer Therapien für PatientInnen und für das Gesundheitssystem umfassend realisiert werden kann. Dafür setzt sich das FOPI, dafür setze ich mich mit ganzer Kraft ein.“

office@fopi.at